Günther Penetzdorfer (Geschäftsführer Metapublic-Relations) und Albert Greinmeister (Projektleiter S-LINK) zeigen, wie mit einem attraktiven Gesamtangebot der Anteil des öffentlichen Verkehrs deutlich erhöht werden kann.
Günther Penetzdorfer (Geschäftsführer Metapublic-Relations) und Albert Greinmeister (Projektleiter S-LINK) zeigen, wie mit einem attraktiven Gesamtangebot der Anteil des öffentlichen Verkehrs deutlich erhöht werden kann. © S-LINK
Email
Facebook

S-LINK: Aktuelles zu Verkehrszahlen

S-LINK als wichtiger Teil des Gesamtkonzepts für den öffentlichen Verkehr in Salzburg

 

Studien bestätigen die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes

Sowohl aktuelle Verkehrszahlen als auch vorliegende Prognosen bis ins Jahr 2040 zeigen, dass ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Salzburger Zentralraum sowie den Umlandgemeinden dringend notwendig ist. Nur so können Stauaufkommen und Umweltbelastung reduziert werden, auch wenn die Bevölkerung gleichzeitig wächst. Wenn von Pendler:innen gesprochen wird, dann haben viele die gut 60.000 Menschen im Blick, die unter der Woche aus dem Umland in die Stadt Salzburg einpendeln. Tatsächlich pendeln jedoch zudem auch um die 18.000 Stadt-Salzburger:innen ins Umland und sogar nochmals circa 60.000 Stadt-Salzburger:innen sind Binnenpendler:innen innerhalb der Stadtgrenzen – ein großer Teil davon fährt zwischen die Stadtberge hindurch. „Gerade auch sie profitieren von einem leistungsfähigen und komfortablen öffentlichen Verkehrsangebot und von einer Reduktion der Fahrtzeiten im staugeplagten Salzburger Zentralraum“, betont S-LINK Projektleiter Albert Greinmeister.

Der Ausbau des S-Bahnnetzes mit der Verlängerung der Lokalbahn (Linie S1) durch das Stadtzentrum (S-LINK) sorgt gemeinsam mit der Optimierung bereits bestehender öffentlicher Verkehrsmittel – wie dem O-Bus, den Stadt- und den Regionalbussen – für ein bedarfsgerechtes Angebot. Auch für eine zukünftige Steigerung der öffentlichen Fahrten, wie sie beispielsweise durch flexible Zubringershuttles („On-Demand-Systeme“) in den Gemeinden erreicht werden kann, ist der S-LINK als starkes Rückgrat des innerstädtischen Verkehrs gerüstet. Nicht zuletzt sollen auch jene 6,5 Millionen Tagestourist:innen und Millionen Nächtigungsgäste in der Stadt und im Umland für ihren Besuch auf die Bahn gebracht werden. Starke Verkehrsachsen und die Kombination mit flexiblen Shuttlelösungen bedienen außerdem auch jene Menschen, die Fahrten in ihrer Freizeit in und aus der Stadt Salzburg tätigen. Wie hoch dieser Anteil ist, zeigen aktuelle Zahlen der Wegzweckverteilung für die Stadt Salzburg und die Bezirke Hallein und Salzburg-Umgebung. So liegen rund um die Stadt Salzburg Freizeitfahrten mit 39 % fast gleichauf mit Fahrten rund um Ausbildung und Beruf (41 %). Menschen, die diese Wege in ihrer Freizeit mit dem PKW absolvieren, sind demnach eine weitere wichtige Zielgruppe für den öffentlichen Verkehr.

Sorgt man zeitgleich für den Ausbau von Verkehrswegen innerhalb der Stadt, wie zum Beispiel durch eine Förderung der Fußgänger:innen mithilfe sicherer, breiter, barrierefreier Wege oder durch eine Schaffung von Wohlfühl- und Verweilzonen, wie dem Salzburg Boulevard sowie dem Ausbau von bzw. der Verbindung zu Radwegnetzen und der Einbindung von Radabstellplätzen direkt in den S-LINK-Haltestellen, führt das zu einer zusätzlichen Attraktivierung der Salzburger Altstadt – in die die Menschen gerne mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. „Dabei darf auch nicht vergessen werden, dass erwünschte zusätzliche Radfahrer:innen auch zusätzliche Abstellmöglichkeiten benötigen. Der S-LINK berücksichtigt dies in der Innenstadt mit über 200 Radabstellplätzen beim Mirabellplatz und unglaublichen 2.000 Plätzen im Innenstadtbereich“, so Greinmeister.

Aktuelle Verkehrszahlen zeigen hohes Umsteigepotential

Die Verkehrserhebung Salzburg aus dem Jahr 2022 belegt: Bei der Bewältigung von Wegen jeglicher Art ist das Auto nach wie vor klarer Favorit. Rund 45 % der Fahrten im Bundesland Salzburg werden mit dem PKW mit einer durchschnittlichen Distanz von 41 km absolviert, 40 % legen ihre Wege mit dem Rad oder zu Fuß zurück und nur 15 % nutzen dafür bestehende öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn. Lange Staus zu den Stoßzeiten und erhebliche Umweltbelastungen sind Folgen des starken Autoverkehrs in und um die Stadt Salzburg.

Vergleicht man aktuelle Daten mit Zahlen von vor 10 Jahren wird klar: Der Anteil des öffentlichen Verkehrs sinkt seit Jahren. Umso wichtiger ist es, mit entsprechenden Maßnahmen ein attraktives Gesamtangebot zu schaffen, das die Bevölkerung gerne nutzt. Notwendig ist es, den Anteil des öffentlichen Verkehrs von derzeit 15 % auf 30 % im Jahr 2040 zu verdoppeln. Dass dies möglich ist, zeigt unter anderem der Vergleich mit der Stadt Bern: Bei einer Einwohnerzahl von 135.000 Menschen liegt der öffentliche Verkehr hier bereits heute bei einem Anteil von 32 %.

Mit dem Ausbau des O-Busses (7,5min Takt im Innenstadtbereich), Busspuren, Verdichtung und Durchbindung der Regionalbusse, sowie einer Verbesserung der bestehenden S-Bahnlinien kann der ÖV-Anteil auf theoretisch 19 % angehoben werden, innerstädtisch ist dies aufgrund des Platzmangels an der Oberfläche aber nicht vollständig umsetzbar. Erst mit der unterirdischen Durchbindung der Lokalbahn, kann der ÖV-Anteil auf 24 % gesteigert werden. An diesen „Stamm“ – und nur an diesem Stamm – können Bahnen wie Messebahn mit Verlängerung Richtung Flughafen und Wals, Königseebahn und weitere Bahnen als „Äste“ ausgeführt werden. Mit Touristenticket und On-Demand-Systeme (Bustaxis) in den Gemeinden werden zusätzliche Steigerungen erwartbar“, erklärt Greinmeister.

Prognosen gehen in Zukunft von erhöhter Nutzung des öffentlichen Verkehrs aus

In der Verkehrsplanung spielen drei Faktoren eine Rolle: die steigende Zahl der Einwohner:innen, die wachsende Mobilität der Menschen und die Aufteilung zwischen öffentlichem Verkehr und Individualverkehr. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass aufgrund der ersten beiden Faktoren die bestehenden Öffi-Kapazitäten selbst dann nicht ausreichen, wenn deren Anteil am Gesamtverkehr nicht zunimmt.

Die Prognosen des ÖV-Verkehrsaufkommens für das Jahr 2040 durch die ZIS+P Verkehrsplanung fußt auf der aktuellen ÖROK Bevölkerungsprognose 2021 für das Jahr 2040: Im Vergleich zum Jahr 2019 zeigt diese eine Gesamtsteigerung der Bevölkerungszahl sowohl für die Stadt Salzburg (+5 %) als auch für die Bezirke Salzburg Umgebung und Hallein (+9 %). Zusätzlich ist bis zum Jahr 2040 auch eine leichte Zunahme der Weganzahl mit öffentlichen Verkehrsmitteln pro Bewohner:in zu erwarten. Daraus ergibt sich im Binnenverkehr der Stadt Salzburg eine Steigerung von 10 % der Wege, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden, im Ziel- und Quellverkehr der Stadt ist es ein Plus von 14 %. Hinzu kommt, dass bis 2040 eine Angebotsverbesserung im Linien- und Taktangebot der Stadt- und Regionalbuslinien geplant ist, welche aufgrund des Angebot-Nachfrage-Prinzips zusätzlich zur Bevölkerungsentwicklung zu einer Zunahme des Fahrgastaufkommens führt.

Deutlicher Anstieg der Nutzungszahlen bei der Lokalbahn

Die konkreten Zahlenberechnungen für das Jahr 2040 verdeutlichen, wie hoch die Steigerungen sein werden und nehmen dabei verschiedene Verkehrsmaßnahmen mit auf: Kommt es zu der angenommenen Bus- und Bahnverdichtung im bestehenden öffentlichen Verkehr, so gehen die Verkehrsprognosen für das Jahr 2040 von 23.500 öffentlichen Fahrten pro Tag mit der Lokalbahn aus. Im Vergleich dazu liegt die Zahl aus dem Jahr 2019 bei 13.800 täglichen Fahrten – daraus ergibt sich ein Plus von 9.700 Fahrten (+70 %). Wohlgemerkt, bei diesen Zahlen handelt es sich um die Bewohner:innen – weder Tourist:innen noch Zuwächse durch ein Mehr an Attraktivität sind bei den Grundlagenzahlen eingerechnet. Die Prognosen für das Jahr 2040 – also bereits in 16 Jahren – zeigen, mit wie viel mehr Fahrgastaufkommen in den nächsten Jahren zu rechnen sein wird. „Umso wichtiger ist es daher, bereits jetzt eine Infrastruktur zu schaffen, damit diese dem Bedarf in der Zukunft entspricht“, betont Greinmeister.

Günther Penetzdorfer (Geschäftsführer Metapublic-Relations) und Albert Greinmeister (Projektleiter S-LINK) zeigen, wie mit einem attraktiven Gesamtangebot der Anteil des öffentlichen Verkehrs deutlich erhöht werden kann.
Gemeinsam mit der Optimierung bereits bestehender Verkehrsmittel sorgt der S-LINK für ein bedarfsgerechtes Angebot. © S-LINK
Über 90.000 Fahrten mit dem S-LINK zu erwarten

Großes Potential zeigen die prognostizierten Fahrgastzahlen für den Ausbau des S-LINK. Geht man von einer Bus- und Bahnverdichtung, von weiteren Maßnahmen wie der Parkraumbewirtschaftung in der Salzburger Innenstadt und dem Ausbau des S-LINK aus, so prognostiziert die Studie der ZIS+P Verkehrsplanung 70.000 öffentliche Fahrten pro Tag und davon 42.000 Fahrten mit dem S-LINK. Die dadurch 136.000 eingesparten PKW-km pro Tag entsprechen einer Strecke von circa drei Umkreisungen der Erde.

Erfolgt zusätzlich eine Verknüpfung des S-LINK mit dem ÖBB-Netz und werden Verkehrsäste wie die Messebahn mit in die Prognose aufgenommen, kann diese Zahl auf 119.000 öffentliche Fahrten und davon 91.000 Fahrten mit dem S-LINK erhöht werden. Das entspricht einer Einsparung von 219.000 PKW-km pro Tag oder fünf Fahrten um die Erde. „Der S-LINK fungiert in diesem Fall als Stamm, der weitere Verästelungen wie die Messebahn ermöglicht“, erläutert Greinmeister.

Attraktives Gesamtkonzept mit flexiblen Shuttlelösungen

Eine weitere Verästelung durch „Rufbustaxis“ in den Gemeinden wird den Bedarf einer leistungsstarken ÖV-Achse weiter erhöhen.

On-Demand-Verkehre (auch Mikro-ÖV-Systeme oder Bustaxis genannt) können einen wesentlichen Teil zu einem zukunftsfähigen Verkehrskonzept in den Salzburger Umlandgemeinden beitragen und zu einer Schließung von zeitlichen und räumlichen Lücken im Nahverkehrsangebot führen. Sie sind kleinräumige, bedarfsorientierte, flexible und an den Nutzern orientierte Verkehrsangebote in ländlichen und städtischen Räumen. Mit bereits erprobten App-basierten On-Demand-Technologien lassen sie sich effizient und datenbasiert anhand des tatsächlichen Mobilitätsbedarfs der Bevölkerung planen und umsetzen. „Gefahren wird nicht mehr dann und dort, wo es der Fahrplan vorsieht – sondern so, wie gerade der tatsächliche Bedarf der Menschen ist“, erklärt Verkehrsexperte Dr. Günther Penetzdorfer.

Als zusätzlicher Bestandteil eines Verkehrsgesamtsystems sichern die flexiblen Shuttlelösungen die Mobilität für alle Altersgruppen. Sie nehmen eine Zubringerfunktion zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs ein und tragen zur Optimierung der Wirtschaftlichkeit und der Kosten im öffentlichen Verkehr bei. Sie dienen als attraktive Alternative zum Auto, holen Menschen dort ab, wo sie es benötigen, und machen den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel so noch attraktiver. Durch ihre Zubringerfunktion erweitern sie das Einzugsgebiet und bringen Menschen direkt zu den Haltestellen der Hauptverkehrsachsen wie der Lokalbahn, der S-Bahn oder den Regionalbussen. Vor allem aufgrund der Zersiedelung des Zentralraums in Salzburg nimmt die Kombination von Mikro-ÖV-Systemen und den getakteten Hauptlinien eine wesentliche Funktion ein. „Wie On-Demand-Verkehre erfolgreich implementiert werden, zeigen bereits Beispiele in Mondsee und Leogang. Seit dem Start des ‚Postbus Shuttles Mondsee‘ im Jahr 2022 nutzten bereits mehr als 6.000 Fahrgäste dieses Angebot – Tendenz weiter steigend“, so Penetzdorfer.

Zubringerfunktion rückt auch Salzburger Hauptverkehrslinien mehr in den Fokus

Die Systemuntersuchung des Mobilität-Gesamtverkehrskonzepts für den Zentralraum Salzburg von Dr. Günther Penetzdorfer zeigt eine gelingende Kombination von Mikro-ÖV-Systemen und dem S-LINK für die Zukunft. Eine Steigerung erreicht man durch die Kombination aus dem Grundgerüst – also der S-Bahnlinien, der Lokalbahn sowie der Erweiterung als S-LINK – und der Mikromobilität, dass die Hauptlinien in Salzburg wieder stärker als verlässliches, attraktives Verkehrsmittel in das Bewusstsein der Bevölkerung gerufen werden. „Durch die Implementierung der Zubringerfunktion in Form des Mikro-ÖV-Systems vergrößert sich das Einzugsgebiet zu den Haltestellen der Hauptlinien wesentlich“, so Penetzdorfer abschließend.

Über den S-LINK
Der S-LINK wird die Stadt Salzburg mit dem Umland im Norden und im Süden bis Hallein verbinden. Er schenkt Salzburgs Bürgerinnen und Bürgern wertvolle Zeit, die sie nicht im täglichen Stau verbringen müssen. Und er verbessert die Lebensqualität in der Stadt. Der S-LINK wird damit zum Schlüsselprojekt des öffentlichen Verkehrs im Salzburger Zentralraum und Salzburg ins neue Mobilitätszeitalter begleiten.

Pressekontakt
Moritz Rettenbacher
E-Mail: moritz.rettenbacher@s-link.at
Tel.: +43 664 4130 556

Weitere Nachrichten

Person wartet auf Anschlusszug am Bahnhof

S-LINK: Hintergründe zu Nutzen und Kosten

Salzburg, 01. Juli 2024.

Bei einem Hintergrundgespräch für Medien informierte die S-LINK Projektgesellschaft zum Thema Nutzen und Kosten des S-LINK-Projekts. Dabei wird unter monetisierbarem Nutzen und nicht finanziell bemessbarem Nutzen unterschieden.

Weiterlesen »
Günther Penetzdorfer (Geschäftsführer Metapublic-Relations) und Albert Greinmeister (Projektleiter S-LINK) zeigen, wie mit einem attraktiven Gesamtangebot der Anteil des öffentlichen Verkehrs deutlich erhöht werden kann.

S-LINK: Aktuelles zu Verkehrszahlen

Salzburg, 02. Juli 2024

Sowohl aktuelle Verkehrszahlen als auch vorliegende Prognosen bis ins Jahr 2040 zeigen, dass ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Salzburger Zentralraum sowie den Umlandgemeinden dringend notwendig ist.

Weiterlesen »
Bild mit Visualisierung der Messebahn

S-LINK: Startschuss für Lokalbahnerweiterung zur Messe

Salzburg, 18. Juni 2024.

Die Anbindung des Messezentrums an das Salzburger S-Bahn-Netz ist im Rahmen des S-LINK-Gesamtkonzeptes eine erste planmäßige Erweiterung zur Hauptstrecke. Mit ersten Planungs- und Verfahrensschritten nimmt das Vorhaben nun Gestalt an: Unter dem Projekttitel „MESSE-MIRA“ hat die S-LINK Projektgesellschaft den ersten Schritt im UVP-Genehmigungsverfahren gesetzt und einen Feststellungsantrag bei der Behörde eingebracht.

Weiterlesen »