Grafische Darstellung des S-LINK Streckenverlaufs durch das Salzburger Stadtzentrum.
Grafische Darstellung des S-LINK Streckenverlaufs durch das Salzburger Stadtzentrum © S-LINK
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Trassenauswahlverfahren für den S-LINK Streckenverlauf

Studien und projektspezifische Daten als Grundlage

 

Der Bau des S-LINK erfolgt in voraussichtlich vier Bauphasen und wird in Etappen realisiert. Während die Trassenführung für die erste Etappe vom Lokalbahnhof bis zum Mirabellplatz bereits ausgearbeitet ist, erfolgt derzeit das Trassenauswahlverfahren für den weiteren Streckenverlauf ab Akademiestraße bis nach Hallein.

Als zentrale Aufgabenstellung zu Beginn eines Trassenauswahlverfahrens gilt es zwei Fragen zu klären:

  • Ist ein Verkehrsträger auf Schienen die beste Lösung für das durchzuführende Projekt?
  • Welche Trasse ist unter technischen, wirtschaftlichen, umweltfachlichen, sozialen und genehmigungsrechtlichen Aspekten bestmöglich umsetzbar?
Vorliegende Daten als Basis

Als Grundlage für ein Trassenauswahlverfahren dienen relevante Studien, Pläne und Programme. Im Falle des S-LINK sind dies zum Beispiel das Salzburger Landesverkehrskonzept (1991), das Salzburger Landesentwicklungsprogramm (2022) oder auch Teile der Studie ERB Salzburg-Bayern-Oberösterreich (2015). Mit dem LEP 2022 wurde das Sachprogramm „Freihaltung für Verkehrsinfrastrukturprojekte“ für verbindlich erklärt. In diesem werden Trassen für wichtige Verkehrsverbindungen auf Schiene und Straße gesichert. Dieses Sachprogramm beinhaltet somit die raumbezogenen Maßnahmen zum Ausbau der Schieneninfrastruktur und zählt darunter die Regionalstadtbahn – Abschnitt Salzburg-Süd bis Hallein – auf.

Weitere Untersuchungen zu Verkehrszahlen bis inklusive 2023 wurden sukzessive ergänzt, aktualisiert und eingepflegt.

Zudem fließen allgemeine projektspezifische Daten, wie zum Beispiel die maßstabgetreue Abbildung durch Luftbilder in Form von Orthofotos, terrestrische Vermessungen oder Geodaten des Salzburger Geographischen Informationssystems (SAGIS) in die Beurteilung mit ein. Auch historische Auswertungen und Grundwasserdaten sind Teil der Grundlage für die Auswahl von möglichen Trassenverläufen.

Zielvorgaben für den S-LINK

Im Vorfeld gilt es für Verkehrsinfrastrukturprojekte wie den S-LINK zudem bestimmte Zielvorgaben festzulegen.

Die übergeordneten und zentralen Ziele für den S-LINK ergeben sich unter anderem aus früheren Überlegungen zur Stärkung des öffentlichen Verkehrs (z. B. aus dem Salzburger Landesverkehrskonzept 1991) und lauten:

  • Vorrang für den umweltfreundlichen, öffentlichen Verkehr
  • Ausbau eines leistungsfähigen und attraktiven öffentlichen Verkehrs, vor allem entlang der Salzburger Entwicklungs- und Hauptverkehrsstrecken
  • Verkehrsverlagerung auf den öffentlichen Personen-Nahverkehr durch intelligente Technik und entsprechendes Verkehrsmanagement
  • Erreichbarkeit von Einrichtungen und Dienstleistungen, die nur in der Landeshauptstadt vorhanden sind, aus allen Regionen
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit

Zu den allgemeinen Zielvorgaben kommen weitere technische Planungsvorgaben hinzu, die speziell für den S-LINK definiert wurden. Diese teilen sich in mehrere Bereiche auf und umfassen betriebliche und verkehrstechnische Ziele genauso wie die Sicherheit für Verkehr und Umwelt, die Nutzung und Qualitätssicherung sowie die Kosten des Projekts. So wurden für den S-LINK und dessen Trassenführung Ziele wie etwa die Gesamtreisezeit von maximal 30 Minuten vom Salzburger Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Hallein, die bestmögliche Erreichbarkeit und Anbindung der regionalen Zentren sowie die Zukunfts- und Verkehrssicherheit festgelegt. Ebenfalls als Ziele gelten unter anderem eine Minimierung der Umweltbelastungen, der Abbau von Mobilitätsbarrieren sowie möglichst geringe Erhaltungsaufwände und Investitionskosten.

Trassenauswahlverfahren des S-LINK

Auf mehrere Ziele folgen mehrere Trassenvarianten: Um diese festzulegen, werden vorhandene Trassenentwürfe genauso wie vorangegangene Untersuchungen und aktuelle Erkenntnisse bzw. Weiterentwicklungen analysiert.

Bei dem Trassenauswahlverfahren für den S-LINK handelt es sich um ein dreistufiges Auswahlverfahren im Sinne einer Korridorauswahl. Aufgrund der Vielzahl an Varianten erfolgt die Trassierung auf Grundlage geltender Vorschriften. Sie basiert auf groben Vorplanungen und ist ohne Anspruch auf vertiefte Detailuntersuchungen zu verstehen. Die Trassierung erfolgt auf Grundlage der geltenden Vorschriften und ist daher grundsätzlich als technisch umsetzbar anzusehen. Im Rahmen von tieferen Planungsstufen ist jedoch von Anpassungen und Optimierungen an die jeweiligen Gegebenheiten auszugehen. So können sich zum Beispiel aufgrund von detaillierteren Erkenntnissen Haltestellen verschieben.

Entscheidungssystematik des Trassenauswahlverfahrens

Die Entscheidung und Auswahl für die schließlich umzusetzende Trassenführung erfolgt in drei Stufen.

Stufe 1: Im Rahmen einer groben Prüfung werden technisch nicht umsetzbare und nicht raum- bzw. umweltverträgliche Varianten erkannt sowie ausgeschlossen.

Stufe 2: Durch einen paarweisen Vergleich werden eindeutig bessere sowie schlechtere Varianten unterschieden und dadurch weitere Trassenvarianten ausgeschlossen.

Stufe 3: Im Rahmen einer Wirkungsanalyse aller verbleibenden Trassenführungen erfolgt schließlich die Auswahl der „besten“ Variante.

3 Stufen Trassenauswahlverfahren, © ILF CONSULTING ENGINEERS

Bewertungsmethodik von Trassenvarianten

Um Trassen im Rahmen der einzelnen Stufen zu beurteilen, bedarf es einer eigenen Bewertungsmethodik. Die Bewertung der einzelnen Varianten im Rahmen des Trassenauswahlverfahrens erfolgt dabei vor dem Hintergrund eines mehrstufigen Systems und ist in verschiedene Themenbereiche aufgegliedert. Der Kriterienkatalog setzt sich aus „Verkehr & Technik“, „Mensch & Raum & Umwelt“ sowie „Kosten & Risiken“ zusammen.

Relevante Fachbereiche zur Beurteilungsmethodik, © ILF CONSULTING ENGINEERS

Trassenverlauf für den S-LINK

Nach dem Trassenauswahlverfahren der ersten Etappe des S-LINK konnte die Strecke vom Salzburger Hauptbahnhof bis zum Mirabellplatz bereits festgelegt werden. Nach Analyse aller Varianten stellte sich die zweigleisige Führung und der unterirdische Ausbau des S-LINK für den etwa einen Kilometer langen Streckenabschnitt als beste Variante heraus. Auch das Trassenauswahlverfahren der weiteren Streckenführung vom Mirabellplatz zur Akademiestraße und weiter nach Salzburg-Süd bzw. Hallein wird derzeit absolviert und noch bis zum Baustart der ersten Etappe abgeschlossen sein.

Über den S-LINK
Der S-LINK wird die Stadt Salzburg mit dem Umland im Norden und im Süden bis Hallein verbinden. Er schenkt Salzburgs Bürgerinnen und Bürgern wertvolle Zeit, die sie nicht im täglichen Stau verbringen müssen. Und er verbessert die Lebensqualität in der Stadt. Der S-LINK wird damit zum Schlüsselprojekt des öffentlichen Verkehrs im Salzburger Zentralraum und Salzburg ins neue Mobilitätszeitalter begleiten.

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